Besuch einer Geschichtenerzählerin aus Frankreich
Das Geschichtenerzählen ist Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO und zudem ein einfaches Mittel, um Freude an Sprache zu wecken. Vor diesem Hintergrund bot uns Catherine Bouin am 14. März 2025 abwechslungsreiche Geschichten in französischer Sprache dar. Publikum waren die Französischklassen aller Jahrgangstufen, von den Sprachanfängern der 6. Klassen bis zu den Fortgeschrittenen der 10. Klassen. Die Kinder und Jugendlichen waren durchweg mit großer Aufmerksamkeit bei der Sache und lauschten den Erzählungen, Rätseln und Geschichten. Mme Bouin, die als professionelle Geschichtenerzählerin („conteuse“) arbeitet, fesselte mit ihrer lebendigen und spannenden Art, Texte in Szene zu setzen. Sie erzählt Geschichten und Sagen aus vielen Kulturen – je nach Zielgruppe mit viel Gestik und Mimik, großen und leicht verständlichen Bewegungen, im Vokabular angepasst an die Kenntnisse ihrer Zuhörer.
Fasziniert waren die älteren Schülerinnen und Schüler von einer sozialkritischen Geschichte, die aufzeigte, dass man seinen Weg gehen sollte, ohne sich von der Meinung und dem Gerede anderer verunsichern zu lassen – eine Botschaft, die den ein oder anderen durchaus nachdenklich stimmte.
Die Jüngeren dagegen verfolgten z. B. gespannt eine Geschichte, in der sich ein Mann aufgrund des steigenden Hochwassers auf das Dach seines Hauses rettete und zahlreiche Hilfsangebote ausschlug. Er wartete vergeblich auf die Hilfe Gottes und erkannte nicht, dass ihm diese schon mehrfach zuteilwurde.
Zum Abschluss wurde noch kräftig gerätselt: „Qu’est-ce que c’est?“ Was kann das bloß sein? „Réfléchissez bien!“, wiederholte Madame Bouin ihr Rätsel, verschmitzt lächelnd… Manche haben es dann aber doch herausbekommen!
V. Gemassmer







