Digitale Kulissen und tausende LEDs

Bild3Mit einem zufriedenen Lächeln stehen drei Schüler in der Aula des Welfen-Gymnasiums Schongau zwischen säuberlich aufgestellten Stuhlreihen und blicken nach oben. Die Stuhlreihen sind für das Big-Band-Konzert des Welfen-Gymnasium Schongaus und der Musikschule Pfaffenwinkel am Abend gedacht und nicht weiter außergewöhnlich. Die Decke der Aula aber ist, entgegen ihrer sonst eher nüchternen Erscheinung, vollgehängt mit etwa eintausend in allen Farben leuchtenden LEDs, die in rasant wechselnden Mustern den Raum beleuchten. Die Installation, bei der es möglich ist jede einzelne LED separat  anzusteuern, haben die drei Schüler des Welfen-Gymnasiums für das Konzert in monatelanger Arbeit selbst entworfen, zusammengebaut und in den letzten Tagen an der Decke montiert. Man merkt förmlich, wie die Anspannung, die sich in den Wochen vor dem Konzert aufgebaut hat, einem Triumphgefühl weicht. Rechtzeitig fertig! Das Konzert kann beginnen!

 

„Am Anfang hatte ich keine Ahnung, wie wir das schaffen sollen.“ meint später Johannes, einer der Schüler des Projektteams LED-Himmel. „Aber durch die gute Aufteilung in unserem Team wusste immer einer von uns, wie es weitergeht.“ Johannes und seine Teammitglieder haben die raffinierte Beleuchtung nicht nur aus Spaß gebaut. Sie sind Teilnehmer des P-Seminars „Spezialeffekte und Veranstaltungstechnik“ des Welfen-Gymnasiums. Der LED-Himmel ist eines von drei herausfordernden Projekten des Seminars, dessen Zielsetzung die Planung, technische Umsetzung und Betreuung eines Effekt-Konzepts für eine Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe ist. Die Idee für die LED Beleuchtung stammt aus großen Konzerthäusern, in denen die Saalbeleuchtung sich passend zur Musik verändert. Mit den an der Decke montierten Lichtern soll dieser Effekt auch beim Konzert am Abend erreicht werden.

Bild2Der Einsatz des LED-Himmels war bereits das zweite Projekt des P-Seminars, das in der Aula des Welfen-Gymnasiums umgesetzt wurde. Für das groß angelegte Musical „Emil und die Detektive“ hatte eine weitere Dreiergruppe von Schülern eine aufwendige digitale Kulisse gestaltet. Mit einer Kombination aus projizierten Bühnenhintergründen und  Soundeffekten unterstützten sie die Darsteller und Musiker bei ihrer Aufführung. Unter anderen die im Stück vorkommende Zugfahrt, bei der die vorbeiziehende Landschaft im Hintergrund durch zwei Fenster des Abteils zu sehen ist, fand dabei einen sehr guten Anklang bei den Vorstellungen. Die gesamte Inszenierung kam beim Publikum sogar so gut an, dass auf vielfach geäußerten Wunsch hin zwei Extravorstellungen geplant und durchgeführt wurden. Ein toller Erfolg, auch für die Schüler des P-Seminars. „Natürlich war das auch nochmal ein Haufen Extraarbeit“ erzählt Florian, der für die Konstruktion und den Bau der digitalen Kulisse zuständig war. „Aber damit hat sich die wochenlange Vorarbeit dann wirklich gelohnt. Und Spaß gemacht hat es auch, sonst hätten wir uns das Musical ja nicht rausgesucht.“

Ähnlich wie das Projektteam des LED-Himmels hatte sich auch die letzte Gruppe aus dem P-Seminar einen Beleuchtungseffekt mit LED-Technik zum Ziel gesetzt, diesmal aber nicht für das Welfen-Gymnasium, sondern für die Musikkapelle Sachsenried.  Entstanden ist dabei in langen Arbeitsstunden eine transportable knapp 3 Meter lange LED-Wand die mit sagenhaften 4000 LEDs bestückt ist, welche anhand vorgegebener Programmierungen auf Umgebungsgeräusche und insbesondere Musik reagieren. Im ersten Einsatz beim Faschingsfest der Musikkapelle konnte das eindrucksvolle Projekt viele der Anwesenden überzeugen. „Wir haben sogar schon Anfragen, ob wir die Wand für Geburtstagsfeiern vermieten.“ Berichtet Stefan, einer der beteiligten Schüler. „Das ist natürlich schon cool, es war ja auch echt ein Haufen Arbeit.“

Mehr als nur zufrieden mit dem Ergebnis des P-Seminars zeigt sich auch Lehrkraft Simon Batzer, der das Seminar angeboten und betreut hat. „Um ihre Projekte zu realisieren, mussten sich die Schüler viele Kompetenzen komplett neu erarbeiten. Vom handwerklich oft aufwendigen Bauen von Trägerkonstruktionen über das Verlöten ihrer selbstentworfenen Schaltungen bis hin zum Programmieren der Effekte. Dafür haben das alle Gruppen wirklich sehr gut hinbekommen.“ Auch den Sponsoren des P-Seminars möchte Batzer seinen Dank aussprechen. „ Für die Kulisse haben wir einen Großteil des Holzes von Holz Fichtl aus Hohenfurch gesponsert bekommen, vielen Dank dafür. Ein ganz großes Dankeschön geht außerdem wieder einmal an die Frank Hirschvogel Stiftung, die dem Welfen-Gymnasium in Bezug auf die Förderung unserer Schülerinnen und Schüler ein herausragender Partner in der Region ist und auch diesem P-Seminar als Hauptsponsor zur Seite stand.“

Bild1Beim Konzert der Big Band beeindruckte die installierte Deckenbeleuchtung im Übrigen die Zuhörer durch fehlerlos funktionierende Lichteffekte, denen nicht anzumerken war, dass die letzten Probleme erst vor wenigen Stunden mit heißem Lötkolben beseitigt worden waren. Und bei ihrem zweiten Einsatz auf der Unterstufenparty des Welfen-Gymnasiums konnte die Lichtanlage auch zahlreichen Schülerinnen und Schülern eines zeigen: Technik kann begeistern.