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Mit Marmeladenbrot und HighTech zum Regionalsieg
Missgeschick beschert Emma Heck und Leon Braunegger 1. Platz beim Regionalwettbewerb Voralpenland „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“

Jugend forscht SchongauBeim Landeswettbewerb in Dingolfing erhielten sie zudem einen Sonderpreis von BMW in Form eines Geolino-Abos. Alle Teilnehmer bekamen außerdem einen Modell-BMW.

Leons Aprikosenmarmeladebrot war beim Frühstück vom Tisch gefallen und – wie sollte es anders sein – mit der Marmeladenseite voran auf dem Boden aufgeschlagen. Noch am gleichen Tag begann Leon damit, die Sache zu hinterfragen: zunächst erkundigte er sich im Freundeskreis und bei Lehrkräften nach ähnlichen Erfahrungen und vor allem nach Erklärungen dafür, dass Brote bei derartigen Stürzen gar so häufig auf der „falschen“ Seite landen. Die verschiedenen Antworten konnten den Jungforscher nicht zufrieden stellen und so beschlossen seine Klassenkameradin Emma und er, der Sache mit wissenschaftlichen Methoden auf den Grund zu gehen. Das geeignete Umfeld fanden die beiden in der Erfinderwerkstatt des Welfen-Gymnasiums, in der interessierte Schülerinnen und Schüler jeden Mittwoch Nachmittag an selbst gewählten Projekten arbeiten.


Jugend forscht DingolfingDie ersten Freihandversuche führten Emma und Leon schnell zu der Erkenntnis, dass Marmeladenbrote nicht zuverlässig bei jedem Sturz das gleiche Verhalten zeigen. Vielmehr spielt die Geschwindigkeit, mit der ein Brot vom Tisch geschoben wird, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Um reproduzierbare Bedingungen zu schaffen, konstruierten die beiden aus fischer-technik-Material eine Maschine, die ein Brot immer wieder mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit abstürzen lassen kann. Es folgten lange Messreihen, in deren Verlauf nicht nur die Geschwindigkeit variiert wurde, sondern auch der Einfluss unterschiedlicher Brotformen, Tischkanten und vor allem Fallhöhen akribisch untersucht wurde. Als äußerst hilfreich erwies sich dabei die schuleigene HighSpeed-Kamera, mit deren Hilfe Emma und Leon nachweisen konnten, dass beim Absturz der Zufall praktisch keine Rolle spielt: identische Bedingungen führen zuverlässig zu immer genau gleichen Aufschlagwinkeln. Dabei spielen die verwendete Geschwindigkeit und die Form der Tischkante zwar eine Rolle, wesentlich entscheidender sind aber Brotform und Fallhöhe.
In ihrer Laudatio lobte die Jury vor allem das systematische Vorgehen der Nachwuchswissenschaftler, was mit dem 1. Platz im Fachbereich Physik gewürdigt wurde. Damit durften Emma und Leon ihr Projekt am 11. und 12. April 2019 beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ in Dingolfing präsentieren. Zusätzlich erhielten die beiden den Sonderpreis für eine besonders gute Teamarbeit.
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Die Erfinderwerkstatt steht allen interessierten Schülerinnen und Schülern offen, die ihrer Kreativität gerne bei technischen Projekten freien Lauf lassen oder die – wie im Fall des fallenden Marmeladenbrotes – naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund gehen wollen. Der Einstieg ist auch während des Schuljahres problemlos möglich. Informationen bekommt ihr bei Herrn Batzer und Herrn Muthsam oder direkt am Mittwoch in der 8./9. Stunde im C106.