Feuerwerk an Silvester?

Mit dieser Frage haben sich Schüler der 8. Klasse im Deutschunterricht beschäftigt. Anbei zwei Stellungnahmen.

„Ein Funke Hoffnung?“ – Gedanken zu einem Artikel in "Geolino"

Wer betrachtet denn an Silvester nicht gerne das bunte Lichterspiel am Himmel? Oder haben Sie selbst schon mal Raketen in den Himmel geschossen? Aber wissen Sie überhaupt, wo unsere Raketen, Böller, etc. herkommen?
Dazu haben wir einen Artikel aus einer Geolino-Zeitschrift gelesen und Bilder betrachtet. Viele Familien auf den Philippinen, aber auch in vielen anderen Ländern, verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Feuerwerkskörpern. Betrachtet man die Bilder, wirkt auf den ersten Blick alles harmlos und man meint, die Kinder spielen. Doch auf den zweiten Blick kann man deutlich erkennen, dass auch diese schon in ihren jungen Jahren Feuerwerkskörper herstellen. Aber diese Arbeit ist höchst gefährlich. Jährlich sterben mehr als 1000 Menschen an Explosionen. Aber damit nicht genug, denn die Menschen kommen schon im Kindesalter ohne Schutzkleidung mit diesen hochgiftigen Stoffen in Kontakt und werden davon krank oder sterben sogar.
Wir waren richtig geschockt und uns ist klar geworden, was es bedeutet, wenn man Feuerwerkskörper in den Himmel schießt. Eine Lösung wäre, dass man ein Fair-Trade-Feuerwerk kauft, damit die Familien wenigstens einen gerechten Lohn bekommen. Außerdem müssten dann Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Die Frage ist allerdings, ob es so etwas überhaupt gibt? Wir haben uns in der Klasse auch überlegt, ob man ein Feuerwerk pro Gemeinde oder Stadt von einem Profi organisieren lassen könnte. Dann gäbe es wenigsten weniger Feuerwerk und man könnte viel Geld sparen. Das Beste aber wäre, wenn man ganz darauf verzichtet und das dafür ausgegebene Geld bedürftigen Menschen spendet. „Brot statt Böller!“ – darüber sollten wir mal wieder intensiv nachdenken.

Anna Wörnzhofer, Klasse 8c

Silvester steht vor der Tür und es werden wieder viele Feuerwerkskörper zu billigen Preisen verkauft. Jeder möchte die beste und spektakulärste Feuerwerksshow haben. Aber fragt sich irgendjemand, wie diese hergestellt werden? Ich habe mir diese Fragen nie gestellt und war schockiert, als ich in der Geolino einen Artikel dazu las.
Zunächst mal steht fest, dass Kinderarbeit auf den Philippinen eigentlich verboten ist. Aber die Familien dort sind sehr arm und ihre einzige Geldquelle ist die Herstellung von Feuerwerkskörpern. Um so viele wie möglich zu produzieren, braucht man eben jede helfende Hand. Die Produktion ist sehr gefährlich und führt zu schlimmen Gesundheitsproblemen oder sogar zum Tod. Ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen kommen die Kinder direkt in Kontakt mit Schwarzpulver. An schulische Ausbildung ist nicht zu denken.
Vielleicht sollte jeder von uns sich mal überlegen, ob es das wirklich wert ist.
Aber auch ich möchte nicht ganz darauf verzichten und habe mir Gedanken gemacht und einen guten Kompromiss gefunden. Wenn wir fordern, dass die Feuerwerksraketen sicher hergestellt werden wir auch einen fairen Preis dafür zahlen, können die Menschen dort gut leben und die Familien können gut davon leben. Dann müssten auch die Kinder nicht arbeiten und wir brauchen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir wieder mal das neue Jahr mit sprühenden, bunten Fontänen begrüßen.

Patrizia Berchtold 8c