Andrea Filser – ehemalige Welfen-Gymnasiastin trumpft bei der Ski-WM in Cortina auf

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Foto: Privatbestand Andrea Filser

Einmal die Augen reiben musste sich Andrea Filser im Zielraum des Skistadions von Cortina d´Ampezzo. „Wie im Traum“ käme ihr das alles vor, was sich soeben in der malerischen Dolomitenlandschaft Südtirols zugetragen hatte. Gemeinsam mit Alexander Schmid, Stefan Luitz und Emma Aicher hatte die 27-jährige Wildsteigerin das Schweizer Ski-Nationalteam mit lang gezogenen Gesichtern im Schnee stehen lassen – und dem Deutschen Skiverband eine mehr als unerwartete Bronzemedaille im Parallel-Teamwettbewerb beschert: „Ein Wahnsinn“. Die ehemalige Schülerin des Welfen-Gymnasiums Schongau konnte auch Minuten nach der hochdramatischen Entscheidung ihr Glück noch immer nicht ganz fassen, wie sie vor dem ARD-Mikrofon gestehen musste.


 

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Foto: Privatbestand Andrea Filser

 

Der Medaillengewinn sei bei ihr „noch nicht ganz angekommen“, erzählte sie noch ganz außer Atem. Nur gut, dass ihr in den nächsten Tagen genug Zeit bleibe, „um das Ganze zu genießen“. Filser, die in der Ski-Szene als bodenständige, vor allem äußerst ehrgeizige Läuferin bekannt ist, war es schließlich, die maßgeblichen Anteil am deutschen Podesterfolg hatte. Alle ihre Duelle wusste sie im Laufe des Parallelwettbewerbs für sich zu entscheiden, wobei sie von Lauf zu Lauf immer besser in Fahrt zu kommen schien, wie auch ZDF-Experte Marco Büchel anerkennend feststellen musste: „Die Andrea ist eine Bank“. Besonders im letzten Duelllauf gelang der Sportsoldatin, die das Skifahren daheim im Wildsteiger Garten sowie am Steckenberglift in Unterammergau gelernt hat, ein wahrer Traumlauf. „Technisch super“ laut Experte Büchel - und vor allem wahnsinnig schnell. So schnell, dass Filser sogar die Schweizer Olympiasiegerin von 2018 und mehrfache Weltmeisterin Wendy Holdener in die Schranken zu weisen wusste. Neun Hundertstel einer Sekunde war sie in der Endabrechung schneller als die haushohe Favoritin - wer hätte das von der in der Vergangenheit oft durch teils komplizierte Verletzungen zurückgeworfenen Technikspezialistin noch erwartet.

Michaela Kaspar vielleicht. Die Sport- und Geographielehrerin am Welfen-Gymnasium Schongau ist schließlich ein „Andrea-Filser-Fan“ der ersten Stunde. „Andrea war immer motiviert, engagiert und sehr fleißig“, erinnert sich die Lehrerin an die gemeinsame Zeit im Oberstufen-W-Seminar „Klimawandel“. Das „stets freundliche Mädchen“ habe sich während ihrer gesamten Schulzeit nie etwas zu Schulden kommen lassen - abgesehen von der ein oder anderen verpassten Geographiestunde. Manchmal war der Ruf nach Bergen und Skipisten dann eben doch zu verlockend. Als angehender Ski-Profi muss man aber auch Prioritäten setzen, eine kommende Medaillengewinnerin formt sich schließlich nicht von selbst. Zu kurz gekommen sei die Schule bei Filser trotz der vielen Stunden auf der Piste aber nicht, betont Kaspar: „Andrea hat alles immer zuverlässig nachgeholt“. Verlassen konnte sich Filser, damals wie heute, auf ihr familiäres Umfeld, welches der Wildsteigerin sowohl schulisch als auch sportlich stets die volle Unterstützung entgegenbrachte. Daran erinnert sich Michaela Kaspar, genauso wie an Andreas Bruder Richard, der seiner Schwester schon mal die Hausaufgaben mitbrachte, wenn diese mal wieder auf ihren Skiern unterwegs war.

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Foto: Privatbestand Andrea Filser

Die Familie ist es, welche Andrea Filser auch vor dem ARD-Mikrofon in Cortina noch einmal hochleben lässt. Daheim, in Wildsteig, würde man jetzt wohl „recht gscheid feiern“, berichtet die Skiläuferin lachend. Zurecht. Der ganze Ski-Winter war aus Sicht der siebenmaligen Kreiscup-Siegerin des Landkreises Weilheim-Schongau schließlich ein voller Erfolg. Oder zumindest ein großer Sprung nach vorne. Nach zwei schweren Verletzungen in den Saisonen 2013/14 und 2016/17 hatte der Technikspezialisten noch das vorzeitige Karriereende gedroht. Nun, viele anstrengende „Reha-Stunden“ später, scheint die Wildsteigerin mit dieser Weltcupsaison 2020/21 endlich in der erweiterten Weltspitze angekommen zu sein. Vier „Top 30“-Platzierungen standen schon vor der WM zu Buche, mit den Bewerben von Cortina ist das allgemeine Punktekonto Filsers noch einmal um drei weitere „Top 20“-Platzierungen, die ihr allesamt im Paralleleinzel-, Riesentorlauf- sowie Slalomrennen glückten, angewachsen. Den Gewinn der Bronzemedaille im Teamwettbewerb nicht zu vergessen. Ihr Ehrgeiz zeigte sich bereits in ihren schulischen Leistungen. Zumindest, wenn sie sich an ihre Leistungen im Fach Geographie zurückerinnert. „Das W-Seminar hat die Andrea nämlich damals mit der Note eins abgeschlossen“, weiß schließlich Michaela Kaspar noch ganz genau. Darüber dürfte sich Filser damals wohl eben so sehr gefreut haben wie sie es auch an diesem „besonderen“ Tag von Cortina tut. Die Skiläuferin strahlt nur so mit der Sonne um die Wette, als die Fernsehreporter sie um ihr persönliches WM-Fazit bitten. Sie habe hier im Norden Italiens einfach „extrem viel Spaß gehabt“, von einem „echt coolen Feeling“ berichtet daraufhin die 27-Jährige. Nun wünsche sie sich, die gute Form der WM auch in den Saisonendspurt überführen zu können. Was sich dabei von der frisch gebackenen Medaillengewinnerin noch alles erwarten lasse, könne sie nicht sagen. Auf jeden Fall mache das Ganze aber „Lust auf mehr“, wie Filser freudig den TV-Kameras zuzwinkert. Dem kann auch Michaela Kaspar nichts weiter hinzufügen. Die Sport- und Geographielehrerin freut sich noch immer über den „großartigen sportlichen Erfolg“ ihrer Ex-Schülerin und findet abschließende, honorierende Worte für die frühere Welfen-Gymnasiastin: „Ich bin sehr stolz auf Andrea und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg und Gesundheit“. Damit steht Michaela Kaspar stellvertretend für die gesamte Welfen-Gymnasium-Schongau- Familie, die ihrer ehemaligen Schülerin Andrea Filser von ganzem Herzen zu ihren erreichten Leistungen bei der Ski-WM 2021 gratuliert und ihr nur das Beste für die sportliche, aber auch private Zukunft wünscht:

Bravo Andrea – mach nur weiter so!

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